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Eigenwillige, starke Frauen, verschlungene Paare im Lustkampf - in den Bildern von
Schergaut werden Fruchtbarkeit, Schmerz und Aggression in der Liebe thematisiert.
Sexualisierte Darstellungen verstärken die Inhalte und verselbstständigen sich zu
energetischen Symbolen. Relief, Skulptur und Malerei fließen dabei ineinander über und
spielen an der Grenze von Realität und Phantasie.
In "cry baby" bietet eine liebeshungrige Frau ihren Körper von allen Seiten an, den
Mund zum Schrei geöffnet. Das Bild "Sicilia" zeigt die übermächtige Medusa mit Schlangen
im Haar, die einen ungewöhnlichen Balanceakt auf einem Bein absolviert. Sie präsentiert
sich umgeben von Kraftkreisen als eine starke und zugleich einsame Frau. Dagegen
verflüssigt sich im Tarotmotiv "Königin der Kelche" der Körper zu Tropfen, während auf
ihrem Gesicht ein rätselhaft wissendes Lächeln erscheint.
Der Mann sucht in der Ausstellung die erotische Annäherung im "tanzendes Paar",
das leidenschaftliche Sexspiel "im Zelt", das Kindsein in "manchild" oder den Traum der
totalen Vereinigung im Bild "Liebende", in dem sich beide Körper nicht mehr voneinander
unterscheiden lassen.Die Karikatur "John Wayne" interpretiert der Künstler so:
"John Wayne läuft in die falsche Richtung
mit seinem sinnlosen Hut
und seinem sinnlosen Halstuch.
Er hat Fährte aufgenommen,
natürlich eine sinnlose Fährte.
Er läuft eigentlich davon
vor dem Wesen
das wie ein Geist
vorsichtig wie ein Schatten
es wagt
ihn fast zu berühren.
Dieser Schatten ist weiblich
und der kleine John hat Angst."
Nach C.G. Jung ist die Königin ein Archetyp und zählt zu den Abkömmlingen der Anima,
des Weiblichen in der Vorstellung des Mannes; sie tritt als Jungfrau Maria oder weltzugewandte Hure auf.
In den "Königinnen" von Clemens Schergaut spiegeln dessen vielschichtige, teils
widersprüchliche Gefühle gegenüber Frauen, denen er respektvoll eine Krone aufsetzt..

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